Essen

Abbildung von der Essener Attraktion Zollverein.

Mit über 580.000 Einwohnern ist Essen die viertgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen und die zweitgrößte Stadt im Ruhrgebiet. Während die meisten Menschen Essen mit Industrie und Kohlebergbau in Verbindung bringen, spielt die Werbeagentur-Szene hier im Vergleich zu Hamburg und Berlin eine untergeordnete Rolle. Vielmehr besteht die Metropolregion aus einem Konglomerat von mehreren kleinen und mittelgroßen Agenturen, wobei es mit CP/Compartner und TAS Emotional Marketing zumindest zwei Agenturen in das Ranking der 100 umsatzstärksten Werbeagenturen Deutschlands schaffen.

Geschichte von Essen

Die Anfänge von Essen gehen zurück in das Jahr 898. Lange existierte die Stadt als Stift für den sächsischen Adel. Die ersten Nachweise für eine bergmännische Tätigkeit stammen aus dem 14. Jahrhundert, wobei das erste Kohlebwergwerk erst Mitte des 15. Jahrhunderts verzeichnet ist. Im 17. Jahrhundert erfolgte schließlich die Auflösung des Stifts und damit der Anschluss an Preußen.

Im Zuge der Industriellen Revolution des 19. Jahrhundert wurde Essen und das gesamte Ruhrgebiet Zentrum der deutschen Industrialisierung. Entscheidend war der Sitz der Familie Krupp in Essen und die im Jahr 1811 gegründete Krupp-Gussstahlfabrik. Durch die Gründung zahlreicher weiterer Unternehmen und der Erweiterung des Bergbaus entwickelte sich im Ruhrgebiet das am dichtesten bebaute Eisenbahnnetz. Im Laufe der beiden Weltkriege kam Essen eine zentrale Rolle als Munitionslieferant zu, was wiederum für die Allierten ein bedeutendes Ziel für Luftangriffe darstellte. Hierdurch wurden große Teile der Kruppwerke und der Stadt Essen zerstört. Der Wiederaufbau und die Entstehung von über 100.000 neuer Wohnungen trug maßgeblich zu dem Bild einer Industriestadt bei, das Essen bis zum heutigen Tage trägt.

Mit dem Aufkommen von erneuerbaren Energien und dem günstigen Import von Kohle aus dem Ausland, verlor Essen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Industriestandort an Bedeutung, was letztlich einen überwältigenden Teil des Ruhrgebiets erfasste insbesondere der Teil, dessen Wirtschaft stark vom Bergbau abhängig war. Um Laufe der letzten Jahrzehnte wurde die Innenstadt stark ausgebaut und bspw. durch die Eröffnung des neuen Essener Rathauses und des Einkaufszentrums Limbecker Platz revitalisiert.

Wirtschaft und Industrie Essens

Im Laufe der letzten 120 Jahre wandelte sich das Stadtbild Essens sichtbar. Während Essen über weite Teile des 20. Jahrhunderts von der Industrie rund um Stahl und Kohle abhängig war, verloren diese Bereiche zunehmend zugunsten des Sektors Dienstleistung an Relevanz. Während dieser Wandel anderen Städten im Ruhrgebiet nur schwer gelang, konnte sich Essen bzgl. Industrie und Infrastruktur innerhalb von wenigen Jahrzehnten breiter aufstellen, was dazu führte, dass Essen heute eines der wichtigsten Wirtschaftszentren Deutschlands darstellt und zu den Städten mit dem stärksten Wirtschaftswachstum gehört.

Mit Evonik Industries AG, Hochtief AG, Innogy SE und Brenntag AG gibt es vier Unternehmen mit Hauptsitz in Essen die im MDAX gelistet sind. Mit E.ON SE und RWE AG gibt es zwei DAX-Unternehmen mit Hauptsitz in Essen. Zu den übrigen Großunternehmen, die zumindest eine Niederlassung in Essen haben, zählen Galeria Karstadt Kaufhof, Deichmann, Medion, Schenker AG, Steag sowie Hochtief. Aus dem Bereich Immobilien und Versicherungen haben die Unternehmen Vivawest, Immeo Wohnen, ThyssenKrupp Real Estate sowie die Sparkasse Essen und die Essen Bank ihren Sitz in Essen.

Infrastruktur von Essen

Im Herzen des Ruhrgebiets scheint kein Weg an Essen vorbeizuführen. Die Stadt liegt am Bahn-Fernverkehrnetz und bietet Direktverbindungen nach Berlin, Paris, Hamburg und München. Die Stadt wird außerdem über den 30 km entfernt liegenden Flughafen Düsseldorf bedient und ist an das dichte Autobahnnetz im Ruhrgebiet angebunden. Während Essen in den frühen 1990er Jahren unter Radfahrern einen eher berüchtigten Ruf hatte, investierte die Stadtverwaltung in den Folgejahren in über 200 km Radwege.

Werbeagenturen in Essen

Im Gegensatz zu den großen Werbeagentur-Standorten in Deutschland wie München, Berlin und Hamburg hat Essen durch seine Geschichte als Industrie-Metropole kein derart dichtes Netz an Werbeagenturen. Neben der Geschichte der Stadt dürfte dieser Umstand auch an der Größe der Stadt und der Metropolregion geschuldet sein. Während die Wege im Ruhrgebiet zwar kurz sind und die Mietpreise gerade im Vergleich zu Hamburg und München sehr günstig sind, hat die Stadt in der Branche nicht dasselbe Prestige für Gründer und Arbeitnehmer wie bspw. Berlin als internationales Start-Up-Zentrum.

CP/Compartner

Mit über 76.000 Euro pro Kopf Umsatz im Jahr 2016 gehört CP/Compartner zu den größten Werbeagenturen in NRW und hält seit mehreren Jahren den Spitzenplatz als umsatzstärkste Agentur Essens. Das Unternehmen beschäftigt derzeit knapp 70 Mitarbeiter und wurde im Jahr 1992 gegründet. CP/Compartner versteht sich als Full Service Agentur und wird derzeit von den Geschäftsführern Hendrik Feit, Michael Höffken, Joshua Marker, Till Ponath und Patrick Lindner vertreten. CP/Compartner haben einen Sitz am Europaplatz in Essen (Hauptsitz) sowie ein Büro am Leipziger Platz in Berlin.

Zu den Projekten von CP/Compartner zählen bspw. die Initiative „Damit Deutschland vorne bleibt“, die Gestaltung des Magazins für das UNESCO-Welterbe Zollverein, eine neue Webseite für den Bauindustrieverband NRW sowie die Gestaltung der Zeitschrift Rat & Recht für die Verbraucherzentrale in Nordhein-Westfalen.

TAS Emotional Marketing

Die TAS Emotional Marketing GmbH hat ihren Hauptsitz in der Max-Keith-Straße in Essen und konnte im Jahr 2016 einen Pro-Kopf-Umsatz von gut 90.000 Euro erwirtschaften. Das Unternehmen wurde im Jahr 1990 gegründet und beschäftigt rund 50 Mitarbeiter. Damit zählt TAS Emotional Marketing nach CP/Compartner zu den umsatzstärksten Werbeagenturen in Essen. Das Unternehmen wird derzeit vom Geschäftsführer Thomas Siepmann vertreten.

Die Kunden von TAS Emotional Marketing kommen aus unterschiedlichen Branchen. Zu den größten Kunden des Unternehmens gehören ThyssenKrupp, RWE, T-Online, Sport1, LVM Versicherung sowie Citroen. Neben der Tätigkeit als Full Service Agentur bietet das Unternehmen weitere Projekte wie bspw. einen eigenen Podcast.

Fazit: Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Essen der Wandel von der Kohle- und Stahlmetropole zum Dienstleistungszentrum gelungen ist. Während der Schwerpunkt bis weit in das 20. Jahrhundert auf Industrie lag, steht heute der Dienstleistungssektor im Fokus. Im Werbeagentur-Ranking nimmt Essen einen der mittleren Plätze ein und bietet mit CP/Compartner und TAS Emotional Marketing zwei Agenturen, die sich im internationalen Ranking auf den vorderen Rängen platzieren. Mit dem Trend in Richtung Dienstleistung und weg von der Industrie dürfte der Stadt Essen auch in Puncto Werbeagentur in Zukunft eine stärke Bedeutung zukommen.